Durch Zweifel zur Hoffnung

Voll Freude und Dankbarkeit denke ich an unser Korpsmusical „Thomas“ zurück. Dieses Projekt war ein Segen für unser Korps und die vielen Zuschauer, die wir an den beiden Aufführungen begrüssen durften. Thomas der Zweifler, so ist er uns meistens in Erinnerung.

Blicken wir aber hinter seinen Zweifel, werden wir etwas finden, das jeden wahren Gläubigen auszeichnen sollte – den intensiven Wunsch, bei Christus zu sein.
Johannes 10,39-40 berichtet uns, dass Jesus und seine Jünger Jerusalem verlassen hatten, weil man Ihm nach dem Leben trachtete. Während sie sich am Jordan aufhielten, erhielt der Herr die Nachricht, sein lieber Freund Lazarus sei krank. Er zögerte, zu ihm zu gehen, weil Jesus ihn nicht nur gesund machen, sondern von den Toten auferwecken wollte.

Lazarus wohnte in Bethanien in der Nähe von Jerusalem. Die Jünger waren zutiefst bekümmert, als Jesus beschloss, dorthin zu gehen, weil sie das für eine Selbstmordaktion hielten (Joh. 11,8). Trotz dieser Gefahr sagte Thomas: „Lasst auch uns gehen, dass wir mit ihm sterben“ (Vers16). Das ist eine pessimistische Haltung; gleichzeitig zeigt sie aber auch seinen Mut und sein Verlangen, bei Christus zu sein.
Wer Christus nachfolgt, hat den intensiven Wunsch, in Seiner Gegenwart zu leben.

Ich glaube, Thomas konnte den Gedanken, ohne Christus leben zu müssen, nicht ertragen. Das sehen wir auch in Johannes 14, wo Jesus den Jüngern sagt, Er gehe hin, um ihnen eine Stätte zu bereiten. Thomas erwiderte darauf sinngemäss: „Herr, wir wissen nicht, wohin Du gehst oder wie Du dahin kommst. Gehe aber bitte nirgends hin, wohin wir dir nicht folgen können“ (Vers 5). Thomas verstand nicht, was Jesus vorhatte. Er wusste nur, dass er auf keinen Fall von seinem Herrn getrennt sein wollte.

Können wir uns mit Thomas identifizieren? Ist Christus ein so realer Bestandteil in unseren täglichen Entscheidungen und Tätigkeiten, dass ein Leben ohne Ihn für uns undenkbar wäre?
Davon war das Herz von Thomas erfüllt – unser Herz auch?

Irene & Markus Walzer

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